Grundschule Wendlandstraße

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Unser Sprachförderungskonzept © 

Stand März 2017


Vorwort

Fast zwei Drittel unserer Schülerinnen und Schüler haben Deutsch nicht als Muttersprache. Fast 50% unserer Schülerschaft hat Defizite im Deutschen, die zu einer Beeinträchtigung des Bildungserfolges führen können. Über 12% unserer Schüler haben keine Kenntnisse der Deutschen Sprache. Sprachkenntnisse sind jedoch unentbehrliche Grundlage zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und wichtigste Vorrausetzung zum Gelingen der Integration. Deshalb ist es für die Grundschule eines der wichtigsten Ziele, unsere Schülerinnen und Schülern mit ausländischen Wurzeln beim Erlernen der deutschen Sprache so zu unterstützen, dass sie in der Zukunft erfolgreich am gesellschaftlichem Leben teilnehmen können. 


Wie bildet sich die Interkulturelle Schulentwicklung im Schulprogramm ab?

Die Grundschule Wendlandstraße besuchen zu fast 50 % Kinder nicht deutscher Herkunftssprache. Es ist also ein Teil der Schulkultur mit dieser Vielfalt umzugehen. Die Herkunft der Schüler ist so vielfältig, dass sie sowohl von den Schülern, den Lehrern als auch den Eltern als Normalität empfunden wird. 

Ein Großteil der Kinder hat türkische Wurzeln. So ist schon seit Jahren herkunftssprachlicher Unterricht in Türkisch installiert. Dieser läuft parallel zum Religionsunterricht, so dass dieser Unterricht als normaler Fachunterricht von den Schülern wahrgenommen wird.

Der verantwortliche Lehrer ist für zwei Tage in der Woche fest an unserer Schule. Er übernimmt auch einige Förderstunden.
Jedes Jahr im Frühling organisiert er ein Kinderfest an unserer Schule.

Eine zweite große Gruppe sind die Kinder aus Roma-Familien.
Ihre Integration stellt für die Schule eine große Herausforderung dar. Viele Schülerinnen und Schüler aus diesem Bereich haben nicht nur große sprachliche Defizite, sondern sind in ihrer Schulfähigkeit entwicklungsverzögert. Hinzu kommt, dass viele Roma-Kinder sehr unregelmäßig zur Schule kommen. Intensive Bildungs- und Sprachförderung ist hier nötig.
Im engen Kontakt mit Sozialarbeitern und dem KSD tritt hier eine langsame Verbesserung der Entwicklung ein. Einige Kollegen unserer Schule arbeiten im neu gegründeten Arbeitskreis Roma mit, um eine Vernetzung mit möglichen Kooperationspartnern herzustellen.
Außerdem wird an der Schule herkunftssprachlicher Unterricht in Farsi angeboten.


Kooperation mit den Eltern 

Die Kooperation mit den Eltern gelingt oft gut.
Durch das Projekt „Rucksack in der Grundschule“ erhalten Mütter (und Väter) mit Migrationshintergrund die Gelegenheit, sich einmal wöchentlich in der Schule zu treffen, sich auszutauschen und sie lernen ausgewählte Lerninhalte des Sachunterrichts kennen. Auf diese Weise bekommen die Mütter einen Einblick in den Schulalltag ihrer Kinder und werden an die deutsche Sprache herangeführt. Auch werden sie von der Gruppenleiterin über die Anliegen in unserer Schule informiert und diese hilft z.B. beim Ausfüllen von Rücklaufzetteln und Formularen. Da die Gruppenleiterin auch Arabisch spricht, kann sie bei Lehrer-Elterngesprächen übersetzen. Zwei Kolleginnen treffen sich regelmäßig mit der Gruppenleiterin, um sich über Lerninhalte, Material und Termine auszutauschen.

An der Grundschule Wendlandstraße unterrichten auch Lehrer mit Migrationshintergrund, die zwischen türkischsprachigen Eltern und deutschen Lehrern vermitteln können.

Gerade in den ersten beiden Schuljahren engagieren sich Eltern als Lesepaten in den einzelnen Klassen. So erhalten viele Eltern einen Einblick in das Schulleben und erkennen den Wert schulischer Bildung.

Bei der Kommunikation mit den Eltern aus Rumänien helfen der Sozialarbeiter vor Ort oder ein Dolmetscher. 


Außerschulische Kooperationspartner

Durch ein breitgestreutes Netz an Kooperationspartnern gelingt es uns, weitere Fördermöglichkeiten für unsere Schülerinnen und Schüler zu organisieren. In regelmäßigen Austauschrunden mit dem Schulverbund Herrenhausen besprechen wir den Umgang mit der Mehrsprachigkeit, nehmen gemeinsam an Fortbildungen teil und gestalten die Übergänge an die weiterführenden Schulen für die Schülerinnen und Schüler.

In enger Kooperation mit den umliegenden Kindergärten koordinieren wir die vorschulische Sprachförderung.

In der Projektgruppe Roma vernetzen sich auch Kollegen unserer Schule mit anderen Einrichtungen, um neue Fördermöglichkeiten und Integrationshilfe bieten zu können.

Die Zusammenarbeit mit Mentor e.V. ermöglicht es, vielen Schülerinnen und Schülern regelmäßige, intensive Einzelförderung während des Schulvormittags zu bieten.

Im Nachmittagsbereich bietet das Projekt „Lesementoring“ in Kooperation mit der Stadtbücherei Hannover vielen Schülerinnen und Schülern den begleiteten Kontakt mit Kinderliteratur.

Weitere Kooperationspartner:

- Regionalen Integrationskonzept (RIK)

- Rucksack- Projekt in der Schule


Fortbildungen 

Sprachförderung ist grundsätzlich in jedem Unterricht nötig und möglich. Alle Kollegen nahmen deshalb an einer Fortbildung zu diesem Thema, organisiert durch den Schulverbund, teil. Ziel war eine Sensibilisierung für das Thema Sprachsensibler Unterricht.
Im Rahmen einer SCHILF nehmen alle Kolleginnen und Kollegen gerade an einer mehrgliedrigen Fortbildung zum Thema Inklusion teil. Ein Vertiefungsfokus liegt dabei auf dem Thema Sprachsensibler Unterricht und Förderung für Kinder nichtdeutscher Herkunft.
Kolleginnen, die mit der Betreuung und Koordinierung der Sprachförderung betraut sind, verfügen über eine Zusatzqualifikation und nahmen sowohl Beratungs- und Unterstützungsangebote der NLSchB wahr als auch an Fortbildungen zu diesem Thema teil.
Vielen Kollegen ist dadurch die Wichtigkeit dieses Themas noch einmal Verdeutlicht worden, so dass sie jetzt gezielt nach Fortbildungsangeboten suchen.
In unserer Schule haben wir uns darauf geeinigt, dass sich einige Kollegen in diesem Bereich fortbilden und ihr neu erworbenes Wissen in den verschiedenen Gremien ( Fach- bzw. Jahrgangsteams) an die anderen Kollegen weitergeben.  


Koordination/ Verzahnung 

Für die durchgängige Sprachbildung und die Koordination der Sprachförderung ist Frau Yildirim Ansprechpartnerin der Schule. Zusätzlich ist Herr Henningsmeyer als Fachleitung Deutsch für den Bereich Sprachförderung zuständig.
Frau Yildirim leitet die Fachgruppe DAZ, in der sich regelmäßig alle Kolleginnen und Kollegen treffen, die mit den zusätzlichen Förderstunden betraut sind. Hier werden inhaltliche Themen behandelt, der Lernfortschritt einzelner Schülerinnen und Schüler besprochen und in den ILE- Bögen dokumentiert sowie weitere Maßnahmen geplant, welche im Formular Förderplan festgehalten werden.
Schülerinnen und Schüler, die weniger als zwei Jahre in Deutschland verweilen, bekommen in einer Anlage zum Zeugnis die Lernstände in den einzelnen Fächern als Verbalbeurteilung. Auch diese Anlage wird für die betroffenen Kinder in dieser Gruppe ausgefüllt.

Zu Beginn eines neuen Halbjahres werden die Kinder in Absprache mit der Klassenlehrkraft in bestimmte Fördergruppen zur additiven Sprachförderung eingeteilt. Dabei wird darauf geachtet, dass das Sprachniveau der teilnehmenden Schülerinnen und Schülern ähnlich ist.

Aufgabe der Fachgruppe DAZ ist es auch die Verzahnung mit dem integrativen Sprachunterricht anzubahnen.

In Zusammenarbeit mit anderen Fachgruppen insbesondere im Fach Deutsch wurden schulinterne Förderkonzepte entwickelt. In diesen sind Anschauungs- und Hilfsmittel verbindlich für die gesamte Schule vorgeschrieben. Diese werden im additiven Sprachförderunterricht auch eingeführt und vertieft, um den Kindern eine Nutzung dieser im Regelunterricht zu ermöglichen.

Von der Fachgruppe DAZ wurden Lernplakate mit Schlüsselwörtern zu bestimmten Themenbereichen aus dem Deutsch-, Mathematik- und Sachunterricht erarbeitet, die den Schülern in ihren Regelklassen zur Verfügung stehen.


Organisation

Nachdem die Arbeit in einer Sprachlernklasse sich aufgrund der Anzahl der Schüler und deren geringer Vorbildung als äußerst schwierig erwies, stellten wir die Sprachförderung an unserer Schule um. Somit arbeiten wir zurzeit mit zwei verschiedenen Ansätzen:

1.) Schülerinnen mit keinen oder sehr geringen Deutschkenntnissen werden nach einem Sprachförderkonzept unterrichtet. Das betrifft ca. 30 Schülerinnen und Schüler. Hierzu werden die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen (max. 10 Kinder) mindestens eine Stunde täglich intensiv gefördert. Dazu werden sie aus dem Unterricht der Regelklasse genommen.
Der Bedarf dazu liegt an unserer Schule also bei 30 Stunden.

Ziele dieser Förderung sind sowohl die Erarbeitung eines ersten Wortschatzes als auch eine Alphabetisierung sowie das Erlernen erster grammatikalischer Strukturen.

Folgende Inhalte werden in dieser Förderung bearbeitet:

Der Spracherwerb für ausländische Schüler/innen erfolgt durch die Bearbeitung von Situationsfeldern. Dazu dienen spontan gefundene Erzählanlässe aber auch vorgegebenen Themen. Als Unterrichtsgrundlage wird die „DAZ- Box“ vom Finken Verlag genutzt. Die Themenfelder sind:

-       Ich und Du,

-       Miteinander leben,

-       Im Klassenzimmer,

-       Wohnen,

-       Im Straßenverkehr,

-       Beim Einkaufen,

-       Um uns herum und

-       Durch das Jahr.

Verfügbare Bücher, für den DAZ-Unterricht berücksichtigten nur den Spracherwerb und gehen häufig davon aus, dass das lateinische Alphabet beherrscht wurde.

Das Konzept an der GS Wendlandstraße zielt darauf, die Schüler/innen auch mit dem lateinischen Alphabet vertraut zu machen.

Schülerinnen und Schüler erlernen die Buchstaben des lateinischen Alphabets, damit sie ein sicheres Fundament zum Lesen und Schreiben in ihrer Bildungssprache erhalten und schriftlich in die deutsche Sprache eingeführt werden.

Grundlage des Lehrgangs ist eine Fülle von absolut eindeutigen Darstellungen der zu lernenden Begriffe.

Da in den Fördergruppen erwartungsgemäß das Problem der Differenzierung auftritt, bietet es sich an, mit den Arbeitsunterlagen so zu verfahren, dass die Schüler gruppenweise oder alleine arbeiten, und danach erst die Kontrolle durch den Lehrer erfolgt.

2.) Schülerinnen mit grundlegenden, aber nicht ausreichenden Deutschkenntnissen werden im Unterricht aber auch additiv, also in zusätzlichen Förderstunden gefördert. Das betrifft momentan 77 Schülerinnen und Schüler. Hierfür stehen im Moment kaum Förderstunden zur Verfügung. Die wenigen vorhandenen Stunden werden häufig zur integrativen Förderung, also im Klassenunterricht mit Hilfe von Lehrertandems genutzt. Ziel ist es aber, jedem förderbedürftigen Schüler eine zusätzliche DAZ-Stunde zu ermöglichen. Da dieser Unterricht in Kleingruppen stattfinden sollte, sind dafür weitere 10 zusätzliche Stunden erforderlich.

In der Sprachförderung sind folgende Lehrkräfte tätig:

Lehr- /Fachkraft

Qualifikation

Frau Yildirim

Lehrerin (De, SU, Sp), Fortbildung als Leiterin einer  Sprachlernklasse

Frau Völler

pensionierte Lehrerin (FSF – Vertrag)

Herr Möllmann

Lehrer (De, Ma, SU), Zusatzqualifikation DaZ

Frau Beuke

Herr Meyer

Lehrerin (SU, Religion)

Lehrer (FSF-Vertrag)


Auswahlkriterien

Bei der Schulanmeldung findet für jeden Lernanfänger eine Sprachstandfeststellung statt. Die Sprachstandfeststellung findet während der Anmeldung an zwei Nachmittagen in der Schule statt. Die Lehrkräfte überprüfen jeweils in zweier Teams einen zukünftigen Schüler. Während ein Lehrer das Gespräch mit den Eltern und dem Kind führt, protokolliert die andere Lehrkraft das Gesprochene in den „Beobachtungsbögen zur Feststellung des Sprachstandes“ (herausgegeben vom Niedersächsischen Kultusministerium). Den Eltern wird im Anschluss mitgeteilt, ob das Kind an der Sprachförderung (im nächsten Schuljahr) teilnehmen soll. Es erfolgt eine Rücksprache mit den Kindergärten.

Bei der Schuleingangsdiagnostik wird gezielt nach Wortschatz, Aussprache und Deutschkenntnissen geschaut. Kinder, die hier Defizite aufweisen, werden möglichst zügig einer additiven Förderung zugeteilt.

Quereinsteiger werden bei ihrer Anmeldung ebenfalls auf ihre Deutschkenntnisse getestet. Bei Defiziten werden diese Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten bestimmten Fördergruppen zugewiesen 


Materialliste

Inklusionspaket Deutsch

Schubi Lernmedien Verlag

Unser kleiner Wörterladen Sprachlernspiel für   Vorkurse und Schuleingangsphase

Finken Verlag

Erzähl mir was! 1/ 2 Lernspiele zur   Sprachförderung in der Grundschule

Finken Verlag

Ich lerne Deutsch Band 1-4

BVK

Ich spreche Deutsch

Band 1-4

BVK

Christina Heiligensetzer Bildvorlagen für   multikulturelle Elterngespräche

Visualisierte Verständigungshilfen mit   Textbausteinen in Türkisch, Arabisch, Russisch und Rumänisch

Bergedorfer

HÖR- LOGICO

Finken Verlag

DAZ-BOX 1

Finken Verlag

Diagnostik und Förderung leicht gemacht

Klett

Sprachförderung PLUS: Förderbausteine für den   Soforteinsatz im Regelunterricht der Grundschule. Deutsch - Mathematik -Sachunterricht. Deutsch als Zweitsprache Grundschule, Förderunterricht

Klett

Oskar

Deutsch lernen D

Allgemeine Ausgabe ab 2014

Arbeitsheft mit Audio-CD Klasse 1-4

  

 

Klett